Frauen, HIV, AIDS

Viele Frauen glauben, dass sie nicht durch HIV/AIDS gefährdet sind. Tatsache ist jedoch, dass Frauen zunehmend davon betroffen sind. Dies hat biologische und soziale Ursachen.
Biologische Ursachen: Frauen haben ein höheres Ansteckungsrisiko beim Sex als Männer! Warum? Die Schleimhaut der Scheide ist relativ großflächig im Unterschied zur Schleimhaut des Penis. Ein Großteil der Samenflüssigkeit verbleibt länger im Körper. Dazu kommt, dass die Virenkonzentration in der Samenflüssigkeit höher ist als in der Scheidenflüssigkeit.
Soziale Ursachen: Frauen sind vielfach wirtschaftlich von ihren Ehemännern/Lebensgefährten/Partnern abhängig, sodaß viele Frauen nicht entscheiden können, ob sie Sex haben oder nicht. Um sich vor einer HIV-Infektion wirksam schützen zu können, sind Frauen jedoch auf die Mitwirkung der Männer angewiesen.
AIDS ist immer noch nicht heilbar und es gibt keinen Impfstoff gegen eine HIV-Infektion. Die derzeit nach einer HIV-Infektion angewendeten Kombinationstherapien sind zwar eine erheblich verbesserte Form der Therapie, können aber nur den Ausbruch von AIDS-bedingten Krankheiten hinauszögern. Deshalb ist für Frauen das Wissen um den wirksamen Schutz vor einer Ansteckung mit HIV besonders wichtig. Um sich aktiv zu schützen, müssen Frauen darauf bestehen, Safer Sex zu praktizieren.

Frequently Asked Questions (FAQ) – die am häufigsten gestellten Fragen und alle Antworten!

Besteht ein Ansteckungsrisiko bei einem einmaligen ungeschützten Geschlechtsverkehr?

Grundsätzlich JA. Sowohl die Scheidenschleimhaut (Vaginalverkehr) als auch die Mastdarmschleimhaut (Analverkehr) sind als Eintrittspforten für das HI-Virus geeignet. Sobald diese mit infiziertem Blut oder infizierter Samenflüssigkeit in Berührung kommen, ist eine Ansteckung grundsätzlich möglich.
Besonders gefährdet ist dabei die passive Partnerin. Bei Kontakt mit anderen Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Schweiß besteht kein Ansteckungsrisiko. Jedenfalls gilt: Kondome schützen – Sie selbst und Ihre Partnerin/Ihren Partner.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer regionalen AIDS-Hilfe, bei Ihrem Vertrauensarzt oder in einer Sexualberatungsstelle.

Welche Möglichkeiten gibt es, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen?

Die einfache Regel lautet: Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit oder Blut dürfen nicht in den Körper der Partnerin/des Partners gelangen. Safer Sex: Die Praktiken von Safer Sex sind geeignet, das Infektionsrisiko zu reduzieren. Durch die Benutzung von Kondomen oder durch sexuelle Befriedigung ohne Geschlechtsverkehr wird das Ansteckungsrisiko deutlich geringer. Für Frauen bedeutet Safer Sex darüber hinaus, keine Angst vor unerwünschten Schwangerschaften haben zu müssen. Wenn Sie noch Fragen zum Thema Safer Sex haben, wenden Sie sich an Ihre regionale AIDS-Hilfe, eine Frauenberatungsstelle oder eine PartnerInnen- und Sexualberatungsstelle.

Haben Frauen ein höheres Ansteckungsrisiko beim Sex als Männer?

JA. Da die Schleimhaut der Scheide relativ großflächig ist und ein Großteil der Samenflüssigkeit im Körper verbleibt, haben Frauen bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr ein höheres Ansteckungsrisiko als Männer. Außerdem ist die Viruskonzentration in der Samenflüssigkeit höher als in der Scheidenflüssigkeit. Während der Menstruation, durch zyklisch bedingte Hormonschwankungen, durch Pille oder Spirale kann es zu Veränderungen der Scheidenflora und in der Folge zu Entzündungen in der Scheide kommen. Dadurch können Krankheitskeime leichter in den Blutkreislauf gelangen. Um sich aktiv zu schützen, müssen Frauen deshalb darauf bestehen, Safer Sex zu praktizieren.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer regionalen AIDS-Hilfe oder bei Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt.

Soll ich meinen Partner darauf ansprechen, wenn ich vermute, dass er noch andere sexuelle Beziehungen hat?

JA. Eine feste Partnerschaft oder Ehe ist kein Garant für absolute Treue. Über ungeschützte sexuelle Gelegenheitskontakte wird mit der Partnerin/dem Partner meist nicht offen gesprochen. Auch Bisexualität und Kontakte zu Prostituierten werden meist verschwiegen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihre Vermutungen und lassen Sie Ängste und Misstrauen gar nicht erst entstehen. Diskutieren Sie, wie Sie beide sich künftig vor einer HIV-Infektion schützen wollen. Dinge anzusprechen bedeutet, Verantwortung gemeinsam zu tragen.
Eine HIV-Infektion sieht man keinem Menschen an. Bevor man eine feste Beziehung eingeht, empfiehlt sich ein gemeinsamer HIV-Antikörpertest – bei Ihrer regionalen AIDS-Hilfe anonym und kostenlos.

Besteht ein Ansteckungsrisiko beim Oralverkehr (Blasen/Lecken)?

JA. Wenn der Samenerguss in den Mund erfolgt, ist die Übertragung von HIV über die Mundschleimhaut möglich. Gelangen Präejakulat (Lusttropfen) oder Scheidenflüssigkeit in den Mund, kann eine Übertragung nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Das Risiko ist aber sehr gering. Da Blut eine hochinfektiöse Flüssigkeit ist, erhöht sich das Risiko einer Übertragung beim Oralverkehr während der Menstruation.
Der passive Partner/die passive Partnerin ist beim Oralverkehr nicht gefährdet. Bei Unklarheiten oder Fragen zu Übertragungsrisiken wenden Sie sich an Ihre regionale AIDS-Hilfe – anonym und kostenlos.

Ich habe Angst, dass ich mich angesteckt habe. – Wie soll ich mich verhalten?

Geraten Sie nicht in Panik – informieren Sie sich! Rufen Sie bei einer AIDS-Hilfe an, holen Sie sich Unterstützung und Beratung. Sie sollten unbedingt abklären, ob ein tatsächliches Ansteckungsrisiko vorliegt und ob ein HIV-Antikörpertest sinnvoll ist. Bei der AIDS-Hilfe werden Sie auch darüber informiert, wie Sie sich in Zukunft schützen können. Auf jeden Fall gilt in dieser Situation: Geschlechtsverkehr nur mit Kondom!
Die Angebote der AIDS-Hilfen Österreichs können Sie anonym und kostenlos in Anspruch nehmen.


In Österreich gibt es sieben AIDS-Hilfen, in denen Frauen die Möglichkeit haben, kompetente Beratung in Anspruch zu nehmen – KOSTENLOS & ANONYM!